Blogeintrag: Bin ich egoistisch, wenn ich für meine Bedürfnisse einstehe?

Das ist ein Gedanke, den fast jede Frau kennt und den auch ich früher hatte.

Aber woher kommt dieser Gedanke eigentlich? Hier kommen 3 Gründe, die ich in meiner Erfahrung als Coach hauptsächlich kennengelernt habe:

  1. Man wurde in der Kindheit dafür verantwortlich gemacht, sich um die Bedürfnisse anderer Familienmitglieder zu kümmern (Geschwistern oder auch Eltern).

  2. Man hat das Gefühl bekommen, dass nur wenn man sich um die Bedürfnisse der anderen gekümmert hat und seine eigenen Bedürfnisse hinten an gestellt hat, geliebt und anerkannt zu werden.

  3. Glaubenssätze wurden dadurch unbewusst vermittelt, wie z.B.: “Du bist nicht so viel wert”: “Sei nicht so egoistisch”; “Die Welt dreht sich nicht nur um dich”; “Stell dich nicht so an” etc.

Welche Definition von „egoistisch” hast du? Ich biete dir meine als Inspiration an (das heißt natürlich nicht, dass du sie so übernehmen musst). Ich teile dir nur meine Erfahrung, dass diese Art von Definition sich für mich deutlich wahrer und gesünder anfühlt. Was ich mit „wahr” meine ist „wahrhaftig”. Es fühlt sich für mich gut an.

Meine Definition von „egoistisch”: Ich handle nach dem Motto: Nach mir die Sintflut, auf Kosten anderer, auf Kosten des Wohlbefindens des Anderen.

Bei dem Thema „Eigene Bedürfnisse an erste Stelle setzen” geht es darum, dass es „für mich” ist und nicht „gegen dich”. Es geht um den Charakter und die Energie von „für mich”. Es geht nicht darum, jemanden etwas wegnehmen zu wollen, sondern mir etwas geben zu wollen. Nicht aus dem Mangel heraus, sondern aus der Fülle.

Wenn ich so handle, handle ich dabei auch für die anderen. Denn erst wenn es mir gut geht, kann es auch meinen Mitmenschen wirklich gut gehen.

Ein guter Freund und Kollege hat einmal zu mir gesagt: „Hast du keine Kekse, kannst du keine geben.” Das trifft es für mich auf den Punkt.

Meine Einstellung wirkt sich nicht nur positiv auf mich, sondern auch positiv auf mein Umfeld aus. Wenn ich mich zunächst um mich kümmere, habe ich deutlich mehr Energie und kann mich dann auch um die anderen kümmern. Ich kann etwas geben. Das gilt für die Familie, im Job, in Freundschaften und in der Beziehung zu mir selbst.

Wenn du anfängst, für deine Bedürfnisse einzustehen, wird es dir langfristig spürbar besser gehen. Dennoch muss ich an dieser Stelle ehrlich sagen, dass es am Anfang wahrscheinlich herausfordernd für dich und irritierend für dein Umfeld sein wird.

Klientinnen Beispiel:

Klientinnen bestätigen mir immer wieder, dass sie sich vor allem bei neuen Beziehungen gut darin erproben können, mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten. Da sie dort von Anfang an die Beziehungen anders gestalten können. So fällt es ihnen leichter, mehr für ihre Bedürfnisse einzustehen, als in einer bestehenden Beziehung. Denn die Situationen, in denen du bereits bestehende Dynamiken in einer Beziehung veränderst sind meistens diejenigen, in denen Konflikte entstehen, weil du dein Gegenüber damit irritierst.
Aus Erfahrung ist es in der Kernfamilie am konfliktbehaftesten, weil dort häufig die Dynamiken am längsten bestehen und dadurch am festgefahrendsten sind. Jede Veränderung in deiner Verhaltensstrategie, kann sich auf das komplette Familiensystem auswirken.

Deswegen ist die Stärkung deines Selbstbewusstseins und das Bewusstwerden deines Wertes so wichtig bei dem Prozess, mehr für deine Bedürfnisse einzustehen.

Stelle dich auf Irritationen und ablehnendes Verhalten deines Umfeldes ein und überlege dir eine Strategie, wie du in diesen Situation reagieren kannst und ob es sinnvoll ist, sich einen emotionales Backup zu sichern, wie z.B. eine Freundin einweihen, oder durch einen Coach dabei begleitet werden.

Ich wünsche dir von Herzen viel Mut und Selbstvertrauen für diesen Prozess.

Deine Paula

Du suchst Unterstützung?

Ich unterstütze dich in unserer Zusammenarbeit Hand in Hand bei dem Prozess, für deine Bedürfnisse einzustehen und mit Ablehnung in deinem Umfeld gut und selbstsicher umgehen zu können.

Quick Facts

  • Gesunde Selbstfürsorge bedeutet, auf deine Bedürfnisse zu achten, ohne andere absichtlich zu verletzen. Egoismus hingegen beinhaltet, sich auf Kosten anderer zu bereichern. Dementsprechend ist es absolut möglich, deine Bedürfnisse zu achten ohne egoistisch zu sein.

  • Selbstfürsorge ist von großer Bedeutung und hat viele Vorteile, da sie langfristig das persönliche Wohlbefinden verbessert und die Beziehungen positiv beeinflusst. Indem du für deine eigenen Bedürfnisse eintrittst, schaffst du eine gesunde Balance zwischen Körper und Geist. Dies fördert nicht nur deine physische und mentale Gesundheit, sondern ermöglicht es, gesunde Beziehungen aufzubauen. Menschen, die sich selbst liebevoll pflegen, sind eher in der Lage, anderen zu helfen, ohne sich dabei auszulaugen. Dies stärkt nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern verbessert auch die Qualität der Beziehungen insgesamt.

  • Ein Gleichgewicht zwischen Selbstfürsorge und Fürsorge für andere zu finden, erfordert Achtsamkeit und bewusste Entscheidungen. Hier sind einige praktische Tipps, wie du für dich selbst sorgen kannst, ohne andere zu vernachlässigen, und wie du gesunde Grenzen setzt:

    1. Priorisiere deine Bedürfnisse: Setze bei Selbstpriorisierung klare Prioritäten und erkenne, wann du Zeit für dich selbst benötigst. Schau dabei, was dir hilft, deine eigenen Bedürfnisse zu erkennen".

    2. Zeitmanagement für Selbstfürsorge: Plane Zeit für Selbstfürsorge und für andere ein. Frage dich, was für dich eine effektive Zeitplanung ausmacht.

    3. Delegiere und bitte um Hilfe: Erlaube anderen, dir zu helfen, wenn nötig, und delegiere Aufgaben. Das Delegieren für Balance wirkt sich positiv auf dein Wohlbefinden und deine Produktivität und Effizienz aus. Übe dich darin, Unterstützung anzunehmen.

    4. Kommuniziere offen: Sprich mit deinen Lieben über deine Bedürfnisse und Grenzen. Verbinde offene Gespräche mit kommunikativer Grenzsetzung.

    5. Selbstreflexion für Balance: Nimm dir Zeit, um deine eigenen Gefühle und persönliche Bedürfnisse zu erkennen.

    6. Lerne "Nein" zu sagen: Sei bereit, "Nein" zu sagen, wenn du dich überfordert fühlst. Lerne eine gesunde Grenzsetzung.

    Indem du gesunde Grenzen setzt und deine persönliche Bedürfnisse berücksichtigst kannst du Selbstfürsorge und Fürsorge gut ausbalancieren.

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Blogeintrag: Wie du lernen kannst, dich besser kennenzulernen und zu akzeptieren.

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